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| Weihnachtlich |
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Weihnachtszeit |
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Weihnachtseinkauf,
Tannenkranz,
Christbaum, Kerzen, Lichterglanz,
Weihnachtsglöckchen, Mistelzweig,
Weihnachtskugeln, Zuckerteig,
Christkind oder Santa Claus,
Weihnachtslieder, Weihnachtsschmaus,
Weihnachtsfeier, Weihnachtsfest,
das mit Schnee Euch grüßen läßt!
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Christian Oman
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O
schöne, herrliche Weihnachtszeit!
Was bringst du Lust und Fröhlichkeit!
Wenn der heilige Christ in jedem Haus
teilt seine lieben Gaben aus.
Und ist das Häuschen noch so klein,
so kommt der heilige Christ hinein,
und alle sind ihm lieb wie die Seinen,
die Armen und Reichen, die Grossen und
Kleinen.
Der heilige Christ an alle denkt,
ein jedes wird von ihm beschenkt.
Drum lasst uns freuen und dankbar sein!
Er denkt auch unser, mein und dein! |
Heinrich Hoffmann
von Fallersleben
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Wintertraum |
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Ich
wünsche mir ein Schaukelpferd,
'ne Festung und Soldaten
Und eine Rüstung und ein Schwert,
Wie sie die Ritter hatten.
Drei Märchenbücher wünsch' ich mir
Und Farben auch zum Malen
Und Bilderbogen und Papier
Und Gold- und Silberschalen.
Und weiße Tiere auch von Holz
Und farbige von Pappe,
Und einen Helm mit Federn stolz
Und eine Flechtemappe.
Ein Domino, ein Lottospiel,
Ein Kasperletheater ,
Auch einen neuen Pinselstiel
Vergiss nicht, lieber Vater!
Auch einen großen Tannenbaum,
Dran hundert Lichter glänzen,
Mit Marzipan und Zuckerschaum
Und Schokoladenkränzen.
Ein Zelt und sechs Kanonen dann
Und einen neuen Wagen
Und ein Geschirr mit Schellen dran,
Beim Pferdespiel zu tragen.
Ein Perspektiv, ein Zootrop,
'ne magische Laterne,
Ein Brennglas, ein Kaleidoskop -
Dies alles hätt' ich gerne.
Doch dünkt dies alles euch zu viel,
Und wollt ihr daraus wählen,
So könnte wohl der Pinselstiel
Und auch die Mappe fehlen.
Als Hänschen so gesprochen hat ,
Sieht man die Eltern lachen:
"Was willst du, kleiner Nimmersatt,
Mit all den vielen Sachen ?
Wer so viel wünscht" , der Vater spricht's,
"Bekommt auch nicht ein Achtel -
Der kriegt ein ganz klein wenig Nichts
In einer Dreierschachtel !" |
Heinrich Seidel
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Draußen
ziehen weiße Flocken
Durch die Nacht, der Sturm ist laut;
Hier im Stübchen ist es trocken,
Warm und einsam, stillvertraut.
Sinnend sitz
ich auf dem Sessel,
An dem knisternden Kamin,
Kochend summt der Wasserkessel
Längst verklungne Melodien.
Und ein Kätzchen
sitzt daneben,
Wärmt die Pfötchen an der
Glut;
Und die Flammen schweben, weben,
Wundersam wird mir zu Mut.
Dämmernd
kommt heraufgestiegen
Manche längst vergessne Zeit,
Wie mit bunten Maskenzügen
Und verblichner Herrlichkeit.
Schöne
Frauen, mit kluger Miene,
Winken süßgeheimnisvoll,
Und dazwischen Harlekine
Springen, lachen, lustigtoll.
Ferne grüßen
Marmorgötter,
Traumhaft neben ihnen stehn
Märchenblumen, deren Blätter
In dem Mondenlichte wehn.
Wackelnd
kommt herbeigeschwommen
Manches alte Zauberschloss;
Hintendrein geritten kommen
Blanke Ritter, Knappentross.
Und das alles
zieht vorüber,
Schattenhastig übereilt -
Ach! da kocht der Kessel über,
Und das nasse Kätzchen heult. |
Heinrich
Heine |
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| Der
Weihnachtsbaum |
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Ich
lag und schlief; da träumte mir
ein wunderschöner Traum:
Es stand auf unserm Tisch vor mir
ein hoher Weihnachtsbaum.
Und
bunte Lichter ohne Zahl,
die brannten ringsumher;
die Zweige waren allzumal
von goldnen Äpfeln schwer.
Und Zuckerpuppen
hingen dran;
das war mal eine Pracht!
Da gab's, was ich nur wünschen kann
und was mir Freude macht.
Und als ich
nach dem Baume sah
und ganz verwundert stand,
nach einem Apfel griff ich da,
und alles, alles schwand.
Da wacht' ich
auf aus meinem Traum,
und dunkel war's um mich.
Du lieber, schöner Weihnachtsbaum,
sag an, wo find' ich dich?
Da war es just,
als rief er mir:
"Du darfst nur artig sein;
dann steh' ich wiederum vor dir;
jetzt aber schlaf nur ein!
Und wenn du
folgst und artig bist,
dann ist erfüllt dein Traum,
dann bringet dir der heil'ge Christ
den schönsten Weihnachtsbaum. |
Heinrich Hoffmann von
Fallersleben
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Die
fremde Stadt durchschritt ich sorgenvoll,
Der Kinder denkend, die ich ließ
zu Haus.
Weihnachten war's; durch alle Gassen scholl
Der Kinderjubel und des Markts Gebraus.
Und
wie der Menschenstrom mich fortgespült,
Drang mir ein heiser' Stimmlein in das
Ohr:
"Kauft, lieber Herr!" Ein
magres Händchen hielt
Feilbietend mir ein ärmlich' Spielzeug
vor.
Ich schrak
empor; und beim Laternenschein
Sah ich ein bleiches Kinderangesicht;
Wes Alters und Geschlechts es mochte
sein,
Erkannt' ich im Vorübertreiben
nicht.
Nur von dem
Treppenstein, darauf es saß,
Noch immer hört' ich, mühsam,
wie es schien:
"Kauft, lieber Herr!" den
Ruf ohn' Unterlaß;
Doch hat wohl Keiner ihm Gehör
verliehn.
Und ich?
War's Ungeschick, war es die Scham,
Am Weg zu handeln mit dem Bettelkind?
Eh' meine Hand zu meiner Börse
kam,
Verscholl das Stimmlein hinter mir im
Wind.
Doch als
ich endlich war mit mir allein,
Erfaßte mich die Angst im Herzen
so,
Als säß' mein eigen Kind
auf jenem Stein,
Und schrie' nach Brot, indessen ich
entfloh. |
Theodor Storm
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Markt
und Straßen sind verlassen
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Markt
und Straßen stehn verlassen,
Still erleuchtet jedes Haus,
Sinnend geh' ich durch die Gassen,
Alles sieht so festlich aus. An
den Fenstern haben Frauen
Buntes Spielzeug fromm geschmückt,
Tausend Kindlein stehn und schauen,
Sind so wunderstill beglückt.
Und ich wandre
aus den Mauern
Bis hinaus ins freie Feld,
Hehres Glänzen, heil'ges Schauern!
Wie so weit und still die Welt!
Sterne hoch
die Kreise schlingen,
Aus des Schnees Einsamkeit
Steigt's wie wunderbares Singen -
O du gnadenreiche Zeit! |
Joseph von Eichendorff
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| Es
war einmal ein Tännlein
Mit braunen Kuchenherzelein
Und Glitzergold und Äpflein fein
Und vielen bunten Kerzelein:
Das war am Weihnachtsfest so grün,
Als fing es eben an zu blühn.
Doch nach nicht gar zu langer Zeit,
Da stands im Garten unten,
Und seine ganze Herrlichkeit
War, ach, dahingeschwunden.
Die grünen Nadeln war´n verdorrt,
Die Herzlein und die Kerzlein fort.
Bis eines Tages der Gärtner kam,
Den fror zu Haus im Dunkeln,
Und es in seinen Ofen nahm
Hei! tats da sprühn und funkeln!
Und flammte jubelnd himmelwärts
In hundert Flämmlein an Gottes
Herz. |
Christian Morgenstern
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Die
heil'gen Drei Könige aus dem Morgenland,
sie frugen in jedem Städtchen:
"Wo geht der Weg nach Bethlehem,
ihr lieben Buben und Mädchen?
Die Jungen und Alten, sie wussten es nicht,
die Könige zogen weiter,
sie folgten einem goldenen Stern,
der leuchtete lieblich und heiter.
Der Stern bleibt stehn über Josefs
Haus,
da sind sie hineingegangen;
das Öchslein brüllt, das Kindlein
schrie,
die heil'gen Drei Könige sangen. |
Heinrich Heine
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Ein
weißes Feld, ein stilles Feld.
Aus veilchenblauer Wolkenwand
Hob hinten, fern am Horizont,
Sich sacht des Mondes roter Rand.
Und hob sich ganz heraus und stand
Bald eine runde Scheibe da,
In düstrer Glut. Und durch das Feld
Klang einer Krähe heisres Krah.
Gespenstisch durch die Winternacht
Der große dunkle Vogel glitt,
Und unten huschte durch den Schnee
Sein schwarzer Schatten lautlos mit.
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Gustav Falke
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Wenn
die Kinder artig sind
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Wenn
die Kinder artig sind,
kommt zu ihnen das Christkind.
Wenn sie ihre Suppe essen
und das Brot auch nicht vergessen,
wenn sie, ohne Lärm zu machen,
still sind bei den Siebensachen,
beim Spazierengehn auf den Gassen
von Mama sich führen lassen,
bringt es ihnen Guts genug
und ein schönes Bilderbuch. |
Heinrich Hoffmann
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Verschneit
liegt rings die ganze Welt,
Ich hab' nichts, was mich freuet,
Verlassen steht der Baum im Feld,
Hat längst sein Laub verstreuet.
Der
Wind nur geht bei stiller Nacht
Und rüttelt an dem Baume,
Da rührt er seinen Wipfel sacht
Und redet wie im Traume.
Er träumt
von künft'ger Frühlingszeit,
Von Grün und Quellenrauschen,
Wo er im neuen Blütenkleid
Zu Gottes Lob wird rauschen. |
Joseph von Eichendorff
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Vom
Himmel in die tiefsten Klüfte
Ein milder Stern herniederlacht;
Vom Tannenwalde steigen Düfte
Und hauchen durch die Winterlüfte,
Und kerzenhelle wird die Nacht.
Mir ist das
Herz so froh erschrocken,
Das ist die liebe Weihnachtszeit!
Ich höre ferne Kirchenglocken
Mich lieblich heimatlich verlocken
In märchenstille Herrlichkeit.
Ein frommer
Zauber hält mich wieder,
Anbetend, staunend muß ich stehn;
Es sinkt auf meine Augenlider
Ein goldner Kindertraum hernieder,
Ich fühl's, ein Wunder ist geschehn. |
Theodor Storm
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Weihnachtszeit,
der Tag verklingt
in weißer Flocken Traume,
es versinkt
der Augenblick in weitem, kühlen
Raume
still verschwieg´ner Ewigkeit.
Und fern und weit
liegt über mächt´gen Bergen
sanftes Winterglüh´n,
wie helle Wolken werden
Schneehügel über Tannengrün
als warme Decke hingeschneit.
In Dunkelheit
ruht nun die Welt,
in märchenhafter Stille,
und zauberhaft gefangen fällt
ein Lichtschein, als wär´s
Gottes Wille
hinaus in endlos weiße Wintereinsamkeit.
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Theodor Storm
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